Fakten über unsere Blase
8. August 2023
6 min
Die Harnblase ist eines der dehnbarsten Organe des menschlichen Körpers. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Blase, ihre Funktion und Inkontinenz.
Welche Funktionen hat unsere Blase?
Wie bereits im Blog-Post über die Nieren erzählt wurde, filtern die Nieren giftige Stoffe und andere Substanzen aus unserem Körper. Diese Substanzen werden mit dem Urin ausgeschieden. Die Blase sammelt den Urin, der in den Nieren produziert wird. Der Urin wird dabei über die Harnleiter von den Nieren in unsere Blase transportiert. Die Blase dient somit als Zwischenspeicher für unseren Urin, damit wir nicht ständig Wasser lassen müssen. Wenn sich die Blase füllt, dehnt sie sich aus – ähnlich wie ein Ballon. Die Blase verändert folglich ihre Grösse und Form je nachdem, wie voll sie ist.
Wie weiss die Blase, wann sie Urin abgeben soll?
In der Blasenwand, die aus einem Blasenmuskel besteht, registrieren spezielle Nervenzellen die Dehnung und signalisieren dem Gehirn, dass die Blase voll ist. Beim Wasser lassen zieht sich der Blasenmuskel zusammen und der Urin kann über die Harnröhre abfliessen.
Was bedeutet «Inkontinenz»?
Menschen, die an einer Inkontinenz leiden, haben im Normalfall keine Kontrolle mehr über die Entleerung ihrer Blase. Das «Wasser lassen» geschieht dabei völlig willkürlich. Die Ursachen können verschieden sein. Generell ist es so, dass Frauen häufiger von Inkontinenz betroffen sind als Männer, da Schwangerschaft und Geburt das Urogenitalsystem besonders belasten.
Wie viel Urin kann die Harnblase zwischenspeichern?
Oftmals ist das Fassungsvermögen der Blase bei Männern grösser als bei den Frauen. Harndrang entsteht aber bereits ab einer Blasenfüllung von circa 250 ml. Das maximale Fassungsvermögen einer erwachsenen Person ist abhängig von der Körpergröße und beträgt zwischen 900 und 1500 ml.
Frauen sind anfälliger für Blasenentzündungen als Männer. Weshalb ist das so?
Eine Blasenentzündung – auch Zystitis oder Cystitis genannt – ist eine Infektion der Harnblase, die im Normalfall durch Bakterien entsteht. Eine solche Entzündung ist in den meisten Fällen äussert schmerzhaft und unangenehm für die Betroffenen. Frauen sind aufgrund der Länge der Harnröhre anfälliger für Blasenentzündungen. Die weibliche Harnröhre ist nämlich nur ungefähr 4 cm lang – im Gegensatz zu den Männern, deren Harnröhre zwischen 17 und 20 cm lang ist. Aufgrund der kürzeren Harnröhre haben es Keime & Bakterien leichter, in die Blase zu gelangen und dort eine Entzündung zu verursachen.
Wie oft «Wasser lassen» ist normal?
Bei einer angemessenen Trinkmenge am Tag – das heisst zwischen 1.5 und 2 Liter am Tag – geht man von vier und sieben Blasenentleerungen über den Tag aus. Insgesamt scheidet ein erwachsener Mensch etwa 1 bis 1.5 Liter Urin pro Tag aus.
Blasenschwäche: kann man die eigene Blase trainieren?
Da die Blase aus einem Muskel besteht, kann dieser wie jeder andere Muskel im Körper trainiert werden. So ist es möglich, die Blase daran zu gewöhnen, mehr Flüssigkeit aufzunehmen und sich somit stärker zu dehnen. Andererseits kann die Blase auch schrumpfen, wenn man sie nicht trainiert. Ein Blasentraining kann dabei helfen.
Blasenschwäche und Inkontinenz ist auch nach einer Geburt kein seltenes Thema. Die Ursache ist meist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Auch diese Muskulatur kann trainiert werden: Wir bieten in unserem Therapie-Zentrum Rückbildungsgymnastik zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur an.
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