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Heute ist Tag des Cholesterins: Zeit, Ihrem Herzen etwas Gutes zu tun

Dr. med. Robert Schorn

Dr. med. Robert Schorn

6. Juni 2025

lesezeit

3 min

Im Gespräch mit Dr. med. Robert Schorn, Chefarzt der Nephrologie und Dialysezentrum sowie zertifizierter Lipidologe (DGFL), haben wir für Sie einige Fakten rund um das Thema Cholesterin zusammengefasst.

Fakt 1: Erhöhtes Cholesterin steigert das Herz-Kreislauf-Risiko

Ein erhöhter Cholesterinwert erhöht das kardiovaskuläre Risiko. Weitere Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen oder eine familiäre Vorbelastung verstärken dieses Risiko zusätzlich.

Fakt 2: LDL-Zielwerte sind individuell

Für jeden Menschen wird das Risiko und damit auch das Ziel-LDL, der Cholesterinwerte, an dem sich derzeit mehrheitlich die Therapie orientiert, individuell ermittelt. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzerkrankung oder periphere Gefässerkrankung, einer chronischen Nierenerkrankung sowie einem Diabetes mellitus ist die Risikoeinstufung ohne Score möglich. In diesen Fällen liegt meist ein hohes bis sehr hohes Risiko vor. Auf Basis dieser Risikoeinstufung lässt sich ableiten, welcher LDL-Cholesterinwert angestrebt werden sollte.

Fakt 3: Ernährung und Lebensstil – wichtig, aber nicht immer genug

Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil spielen eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit. Dennoch stossen diese Massnahmen mitunter an ihre Grenzen. Bei erhöhten Triglyzerid-Werten stellen sie in der Regel die Therapie der ersten Wahl dar – idealerweise begleitet durch eine qualifizierte Ernährungsberatung.

Anders sieht es bei einem Anstieg des LDL-Cholesterins aus: Hier kann eine Umstellung des Lebensstils zwar zu einer Reduktion von etwa 10 bis 20 Prozent führen. Ob das im Einzelfall ausreicht, hängt jedoch von den individuellen Ausgangs- und Zielwerten ab und sollte sorgfältig ärztlich geprüft werden.

Fakt 4: Medikamente helfen effektiv

In vielen Fällen reicht die Lifestyle-Modifikation nicht aus. Hier stehen verschiedene und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung. Wird das LDL-Cholesterin gesenkt, sinkt auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen dramatisch.

Wann sollte ich meine Cholesterinwerte testen lassen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Cholesterinwerte einmal im jungen Erwachsenenalter überprüfen zu lassen. So können angeborene Störungen wie die sogenannte familiäre Hypercholesterinämie frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Darüber hinaus gehört die Bestimmung der Cholesterinwerte zur Routine bei allen Patientinnen und Patienten, die zu bestimmten Risikogruppen zählen (siehe Fakt 2). Dies ist fester Bestandteil der hausärztlichen Versorgung.

Familiäre Hypercholesterinämie: Häufiger als gedacht

  • 1 von 250 Erwachsenen ist davon betroffen – das entspricht rund 30'000 bis 35'000 Menschen in der Schweiz.
  • Die Erkrankung ist genetisch bedingt und vererbbar.
  • Viele Betroffene sind nicht diagnostiziert – und damit ohne geeignete Behandlung.
  • Unbehandelt entwickelt rund 30 bis 50 % der Betroffenen vor dem 50. Lebensjahr eine manifeste Atherosklerose – mit einem stark erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Deshalb gilt: Je früher eine familiäre Hypercholesterinämie erkannt wird, desto besser lässt sich das Risiko durch eine gezielte Behandlung senken.

I'm sorry, I can't identify people in images.

Dr. med. Robert Schorn

Chefarzt Nephrologie / Dialyse, Departement Notfall- und Akutmedizin

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