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Aktuelles

Ein Moment Leichtigkeit im Spitalalltag

30. Juli 2026

lesezeit

5 min

Wenn Klara Sternenstaub und Ina Schnusel durch die Gänge des Spital Zollikerberg ziehen, bringen sie mehr mit als Musik, Zauberei und rote Nasen. Als Besuchsclowns schenken sie Patient:innen Momente des Lachens, der Nähe und des Durchatmens – mitten im oft belastenden Spitalalltag. Mit viel Feingefühl begegnen sie Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und erleben dabei berührende, manchmal auch stille Momente, die lange nachhallen. Im Gespräch erzählen sie, wie sie zu dieser besonderen Arbeit gefunden haben, was sie dabei über Menschen gelernt haben und weshalb ein kleiner Augenblick der Leichtigkeit manchmal so viel bewirken kann.

Wie würden Sie Ihre Arbeit als Besuchsclownin beschreiben?

Unsere Arbeit bringt Leichtigkeit und Ablenkung in den Spitalalltag. Als Besuchsclowns schaffen wir Momente, in denen Sorgen, Schmerzen oder Ängste für kurze Zeit in den Hintergrund treten dürfen. Mit Musik, Humor und Fantasie entsteht Raum zum Lachen, Staunen und Durchatmen.

Dabei erleben wir oft, dass nicht nur Patient:innen profitieren. Auch Angehörige und das Personal werden entlastet. Wenn auf einer Abteilung plötzlich gelacht wird, verändert sich häufig die Stimmung im ganzen Raum. Für einen kurzen Moment entsteht etwas Leichtes und Verbindendes mitten im oft intensiven Alltag.

Wie sind Sie zu dieser besonderen Tätigkeit gekommen?

Es war eine Mischung aus einem tiefen Herzenswunsch und glücklichen Zufällen, die uns beide unabhängig voneinander auf diesen Weg geführt haben.

Wir haben die Magie des Clowns auf unterschiedliche Weise für uns entdeckt. Was uns beide von Anfang an fasziniert hat, ist das Wesen der Clownin: Sie bewertet nicht, darf scheitern, ist im hier und jetzt und kann die ganze Gefühlspalette zum Ausdruck bringen. Die Clownin eröffnet so neue Wege der Begegnung.

In diesem Beruf können wir unsere ganze Lebenserfahrung einbringen und unsere Kompetenzen einsetzen. Wir kennen den Spitalalltag, lieben authentische Begegnungen mit Menschen, kennen die Kunst des Improvisierens. Und haben noch das eine und andere Talent, dass wir wunderbar nutzen können. Wir sind sogenannte Türöffnerinnen.  Im bildlichen wie wörtlichen Sinn. Wir öffnen die Türen der Zimmer und der Herzen.

Und genau darum sind wir Besuchsclowninnen.

Paar im Freien vor rotem Wohnhaus und blühendem Kirschbaum im Frühling, Porträtaufnahme mit unscharfem Hintergrund.

Was hat Sie an der Arbeit als Besuchsclownin besonders angesprochen?

Dass wir Menschen Momente schenken dürfen, in denen sie einfach loslassen können. Weil sie mit uns Clowninnen lachen, träumen, albern sein dürfen und für kurze Zeit alles um sich herum vergessen können. Weil sich nur durch unser Dasein die Atmosphäre verändern kann. Oft merken wir, dass auch Pflegepersonen oder Ärzt:innen kurz aufatmen, stehen bleiben oder mit lachen. Und dadurch ein gemeinsamer entspannter Raum geschaffen wird und der ein Moment der Entlastung bringt. So wirken zu dürfen ist einfach wunderbar.

Es ist eine Arbeit, bei der wir nie ausgelernt haben. Die Begegnungen vor Ort schenken uns ständig neue Impulse – und lassen uns immer wieder ungeahnte Seiten an unserer eigenen Clownin entdecken. Eine unendlich spannende Reise.

Wie erleben Sie Begegnungen mit Patient:innen und Angehörigen?

Sehr herzlich und oft überraschend offen. Viele Menschen beginnen zuerst vorsichtig und tauchen dann immer mehr in die Begegnung ein. Besonders schön ist es, wenn Angehörige oder Mitarbeitende ganz spontan Teil der Begegnung werden. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Moment, der verbindet und den Alltag für alle etwas leichter macht.

Einmal haben wir sogar bei einem Patienten mit Angehörigen per Facetime telefoniert direkt in ein Konfliktgebiet, und konnten da für Staunen sorgen. Das war für uns alle ein Hühnerhaut Moment.

Was hat Sie an der Arbeit als Besuchsclownin besonders angesprochen?

Dass wir Menschen Momente schenken dürfen, in denen sie einfach loslassen können. Weil sie mit uns Clowninnen lachen, träumen, albern sein dürfen und für kurze Zeit alles um sich herum vergessen können. Weil sich nur durch unser Dasein die Atmosphäre verändern kann. Oft merken wir, dass auch Pflegepersonen oder Ärzt:innen kurz aufatmen, stehen bleiben oder mit lachen. Und dadurch ein gemeinsamer entspannter Raum geschaffen wird und der ein Moment der Entlastung bringt. So wirken zu dürfen ist einfach wunderbar.

Es ist eine Arbeit, bei der wir nie ausgelernt haben. Die Begegnungen vor Ort schenken uns ständig neue Impulse – und lassen uns immer wieder ungeahnte Seiten an unserer eigenen Clownin entdecken. Eine unendlich spannende Reise.

Was möchten Sie den Menschen bei Ihren Besuchen mitgeben oder hinterlassen?

Freude, Wärme und Leichtigkeit. Wir möchten ihnen zeigen, dass Besuchsclowns für alle da sind, auch für Erwachsenen. Für uns ist Augenhöhe und Achtsamkeit in der Begegnung wichtig. Durch eine authentische, würdevolle Begegnung möchten wir mit den Personen schöne Momente kreieren.

Dazu gehört auch, dass jemand nein sagen kann zu unserem Besuch. Sie dürfen uns dann offiziell Rausschmeissen, was dann zu einem Schmunzeln führt. Und wenn diese Person nach einer solchen Begegnung entspannter ist oder neue Energie spürt, dann ist bereits sehr viel entstanden.

Wir möchten alle mitnehmen in ein noch junges Fachgebiet, die Humorologie, und hoffen, dass sich viele begeistern lassen.

 

Rosa Fassade eines Gebäudes mit mehreren Fenstern, davor Baumstamm und grüne Äste im Sonnenlicht.

Gibt es Momente oder Begegnungen, die Sie noch lange begleiten?

Ja, viele. Besonders bleiben uns Situationen, in denen Menschen plötzlich wieder strahlen oder sichtbar entspannen. Wenn ein Kind trotz Angst lacht, Angehörige für einen Moment durchatmen können oder das Personal kurz mit uns mitsingt, spürt man die Kraft solcher Begegnungen sehr stark. Oder wie eine Angehörige uns beim Verlassen des Zimmers sagte, dass ihre Tochter endlich wieder einmal gelacht hat, seit sie hospitalisiert ist. Welche Erleichterung!

Was haben Sie durch diese Arbeit über Menschen gelernt?

Dass Menschen echte Begegnungen und kleine Momente der Leichtigkeit unglaublich schätzen. Weniger ist mehr. Oft reicht schon wenig, damit sich eine Stimmung verändert. Und dass jeder und jede eine/n Clown/in in sich trägt, manchmal brauchts nur einen kleinen Marienkäfer von Ina oder eine wenig Sternenstaub von Klara, um ihn hervorzulocken. Wir erleben immer wieder, wie verbindend Humor sein kann – nicht nur für Patient:innen, sondern auch für Angehörige und Mitarbeitende, die täglich sehr viel leisten.

Gab es Begegnungen, die Sie persönlich verändert haben?

Ja, definitiv. Diese Arbeit zeigt uns, wie wertvoll Menschlichkeit, Zeit und Aufmerksamkeit sind. Besonders berührend ist es zu erleben, wie kleine Gesten grosse Wirkung entfalten können – manchmal für einzelne Menschen, manchmal für eine ganze Abteilung.

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