Schmerztherapie auf der Palliative Care – Wie wir Leiden wirksam lindern
Nicole Larson
27. Februar 2026
4 min
Die Sorge, dass ein geliebter Mensch leiden könnte, ist für viele Zu- und Angehörige eine grosse seelische Belastung – besonders in den letzten Lebenstagen. Auf unserer spezialisierten Palliativstation erleben wir täglich, wie sehr eine gezielte, individuell abgestimmte Schmerztherapie entlasten und Sicherheit geben kann.
Keine Erfahrung gleicht der anderen
Schmerzen können viele Ursachen haben. Diese können zum Beispiel durch eine fortgeschrittene Erkrankung, durch Nervenreizungen, Druck, Entzündungen oder Muskelverspannungen hervorgerufen werden. Seelische Belastungen wie Angst oder Anspannung können Schmerzen verstärken. Deshalb behandeln wir nicht nur ein Symptom, sondern den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit.
Moderne Palliativmedizin bedeutet heute vor allem eines: Beschwerden wirksam zu lindern, Symptome ganzheitlich zu behandeln und gleichzeitig möglichst viel Lebensqualität zu erhalten.
0/0
Moderne Schmerztherapie – individuell und wirksam
Die Schmerzbehandlung erfolgt stufenweise und wird laufend überprüft. Je nach Situation kommen folgende Therapiemöglichkeiten zum Einsatz:
Medikamentöse Therapie
- Nicht-Opioide Schmerzmittel
- Opioide (hochwirksame Schmerzmittel)
- Medikamente gegen Nervenschmerzen
- Begleitmedikamente zur Vermeidung von Nebenwirkungen
Viele Zu- und Angehörige sind besorgt, wenn es um das Thema Opioide geht. Richtig dosiert dienen diese jedoch der gezielten Linderung von Schmerzen oder Atemnot – nicht der Lebensverkürzung. Bei Durchbruch- und Dauerschmerzen sind Opioide die wichtigsten Medikamente. Die Dosierung wird individuell angepasst und engmaschig kontrolliert.
Nicht medikamentöse Therapie
- Schmerzreduzierende Lagerung
- Wärme- oder Kälteanwendungen sowie Aromapflege
- Physiotherapie und Ergotherapie
- Psychoonkologie
- Unterstützung und Beratung, auch der Zu- und Angehörigen
Ergänzende Angebote wie beispielsweise therapeutisches Handauflegen oder tiergestützte Hundetherapie können ebenfalls positiv wirken und das Wohlbefinden spürbar fördern. Häufig ist es gerade das Zusammenspiel verschiedener Massnahmen, das zu einer nachhaltigen und deutlich wahrnehmbaren Erleichterung beiträgt.
Schmerzfreiheit am Lebensende
Dank moderner palliativmedizinischer Konzepte können selbst starke Schmerzen meist gut kontrolliert werden. Sollte trotz intensiver Therapie eine erhebliche Belastung bestehen, stehen zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, um Leiden wirksam zu lindern.
Als interprofessionelles Team ist es unser Anspruch, Sicherheit zu vermitteln – fachlich kompetent und menschlich zugewandt.
Halt und Sicherheit für Zu- und Angehörige
Belastende Symptome wie Schmerzen betreffen nie nur die erkrankte Person, sondern auch das Umfeld. Deshalb nehmen wir uns Zeit für Gespräche, erklären Therapieschritte transparent und beziehen Zu- und Angehörige im Behandlungsprozess eng mit ein.
Wir arbeiten eng mit regionalen Partner:innen wie den mobilen Palliativ-Diensten der Stadt und dem Kanton Zürich zusammen, sodass die Betreuung auch nach einem stationären Aufenthalt nahtlos fortgeführt werden kann.
Lebensqualität im Mittelpunkt
Schmerztherapie bedeutet mehr als nur Symptomkontrolle. Sie schafft:
- ein Gefühl von Sicherheit
- mehr Lebensqualität
- mehr Freiheit
- Entlastung der Zu- und Angehörigen
Auf unserer Palliativstation ist es unser oberstes Ziel, dass Menschen in ihren letzten Tagen nicht leiden müssen. Wir sorgen dafür, dass Schmerzen gelindert werden und jede verbleibende Zeit möglichst lebenswert bleibt – fachlich kompetent, einfühlsam und im interprofessionellen Team. Wir begleiten Patientinnen und Patienten sowie ihre Zu- und Angehörigen in dieser besonderen Zeit, damit jeder Moment Würde, Trost und Lebensqualität trägt.
Wie Cicely Saunders, Wegbereiterin der modernen Palliativmedizin, so treffend sagte:
«Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.»
Klinik für Innere Medizin
Unser Kompetenzzentrum für Palliative Care
In Situationen schwerer oder chronisch fortschreitender Erkrankung setzen wir uns für Sie und Ihre Zu- und Angehörigen ein. Unsere spezialisierte Palliativstation steht für schmerzlindernde Pflege und achtsame Begleitung – damit die letzten Tage so lebenswert wie möglich bleiben.
Weitere Beiträge
Ratgeber
Achillessehnenriss – Ursachen, Symptome und moderne Therapieansätze
Ein Achillessehnenriss gehört zu den häufigsten schwerwiegenden Verletzungen der unteren Extremität – besonders bei sportlich aktiven Menschen zwischen 30 und 50 Jahren. Im Therapie-Zentrum des Spitals Zollikerberg begleiten wir Betroffene von der Akutphase bis zur vollständigen Wiederaufnahme von Alltag und Sport.
In diesem Beitrag erklären wir, wie es zu einem Riss kommen kann, wie man ihn erkennt und wie der heutige Behandlungs- und Rehabilitationsprozess aussieht.
Ratgeber
Wie läuft eine Chemotherapie ab?
Eine Chemotherapie folgt einem klaren Ablauf. Auch wenn jede Behandlung individuell ist, gibt es feste Schritte, die Orientierung geben. Dieser Überblick zeigt, wie die Behandlung grundsätzlich abläuft und was alle unterschiedlichen Ansätze gemeinsam haben.
Ratgeber
Geburtshaus oder Spital? Eine medizinische Entscheidungshilfe für werdende Eltern
Geburtshaus oder Spital – welcher Geburtsort passt zu uns? Diese Frage ist eine der persönlichsten Entscheidungen in der Schwangerschaft. Neben der medizinischen Sicherheit rücken für viele Frauen und Familien auch Atmosphäre, Selbstbestimmung und individuelle Begleitung während der Schwangerschaft und Geburt in den Fokus. Dieser Beitrag soll werdenden Eltern und Familien eine fundierte Grundlage bieten, damit sie gemeinsam entscheiden können, welcher Geburtsort am besten zu ihnen passt.


