Richtige Händehygiene: Kleine Handlung, grosse Wirkung
Prof. Dr. med. Yvonne Achermann
5. Mai 2026
3 min
Am 5. Mai ist Welthändehygienetag. Der internationale Aktionstag ist Teil der Kampagne «SAVE LIVES: Clean Your Hands» der World Health Organization (WHO, Weltgesundheitsorganisation). Sie macht darauf aufmerksam, wie wichtig saubere Hände im Gesundheitswesen sind.
Händehygiene im Spital gehört zu den einfachsten und wirksamsten Massnahmen, um Infektionen zu verhindern. Sie schützt Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende sowie Besuchende und hilft, die Weitergabe von Krankheitserregern zu stoppen. Gerade im Spital, wo viele Menschen besonders anfällig sind, ist sie ein zentraler Bestandteil der Patientensicherheit.
Warum Händehygiene so wichtig ist
Unsere Hände sind ständig im Einsatz: Wir berühren Menschen, Gegenstände und Oberflächen. Dabei können Mikroorganismen übertragen werden – also unsichtbare Keime wie Bakterien, Viren oder Pilze. Auch sauber aussehende Hände können Krankheitserreger weitergeben.
Im Spital spielen Hände eine zentrale Rolle bei der Übertragung von Keimen zwischen Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und der Umgebung. Eine korrekt durchgeführte Händehygiene hilft, Infektionsketten zu unterbrechen und die Weitergabe von Krankheitserregern – auch von resistenten Bakterien – zu verhindern.
Im Alltag ist die Weitergabe von Krankheitserregern meist unproblematisch. Im Spital kann eine Übertragung jedoch ernsthafte Folgen haben, insbesondere für ältere Menschen, Neugeborene, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Patientinnen und Patienten nach Operationen. Zu den gefürchteten spitalerworbenen Infektionen gehören zum Beispiel Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen oder postoperative Wundinfektionen.
Eine konsequente Händedesinfektion reduziert dieses Risiko deutlich und ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit.
Die fünf Momente der Händehygiene (WHO)
Die WHO beschreibt fünf Situationen, in denen die Händedesinfektion besonders wichtig ist und diese bilden die Grundlage für sichere Abläufe im Spitalalltag:
- vor dem Patientenkontakt
- vor aseptischen Tätigkeiten (Arbeiten unter möglichst keimfreien Bedingungen)
- nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material
- nach dem Patientenkontakt
- nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
Händedesinfektion oder Händewaschen – was ist besser?
Im Spital gilt: Händedesinfektion ist in den meisten Fällen die beste Wahl, solange die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind.
Händewaschen mit Wasser und Seife ist notwendig bei sichtbarer Verschmutzung, nach dem Toilettenbesuch und bei bestimmten widerstandsfähigen Keimen.
Wichtig: Handschuhe ersetzen keine Händehygiene. Auch beim Tragen von Handschuhen bleiben saubere Hände entscheidend. Keime können durch kleine Mikrorisse im Material oder beim An- und Ausziehen auf die Hände gelangen.
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Tipps für richtige Händehygiene im Alltag
Auch ausserhalb des Spitals spielt Händehygiene eine wichtige Rolle. Im Alltag helfen einfache Regeln:
- Hände regelmässig und gründlich waschen, insbesondere nach dem Toilettenbesuch, vor dem Essen und nach dem Nachhausekommen
- bei Bedarf Händedesinfektionsmittel verwenden, zum Beispiel unterwegs oder beim Besuch im Spital
- Schmuck an Händen und Handgelenken möglichst vermeiden, wenn eine gründliche Reinigung wichtig ist
- Nägel kurz und sauber halten
- Hände gut pflegen, da gesunde Haut besser gereinigt werden kann und zusätzlich schützt
Händehygiene ist Teamarbeit
Konsequente Händehygiene ist eine gemeinsame Aufgabe – im Spital wie auch im Alltag. Jede korrekt durchgeführte Händedesinfektion oder Händereinigung trägt dazu bei, die Übertragung von Krankheitserregern zu reduzieren.
Der Welthändehygienetag am 5. Mai macht auf die Bedeutung dieser grundlegenden Massnahme aufmerksam. Saubere Hände sind ein kleiner Aufwand mit grosser Wirkung – und ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung von Infektionen und zur Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten.
Infektiologie und Spitalhygiene
Gemeinsam Infektionen vermeiden
Infektionen im Spital zu verhindern ist eine gemeinsame Aufgabe verschiedener Fachbereiche. Erfahren Sie, wie wir durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, klare Standards und gezielte Präventionsmassnahmen die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten im Alltag stärken.
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